Buchtipp: Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist?

Liebe LeserInnen!

 

 

Diesmal möchte ich Ihen das Buch „Wohin geht die Liebe, wenn Sie durch den Magen durch ist?“ von Dr. med. Eckart von Hrischhausen (erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag) ans Herz legen.
Der studierte Mediziner, Wissenschaftsjournalist, Komiker und Moderator beschäftigt sich in diesem Buch auf humorvolle Art und Weise mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe, mit den Strapazen des Singlelebens und denen des Beziehungs- und Ehelebens.

 

Hier ein paar Auszüge und Überlegungen des Autors:

 

Im Kapitel „Wonach suchen wir eigentlich?“ beschäftigt sich Hirschhausen mit evolutionspsychologischen Theorien der erfolgreichen Partnersuche und den dazugehörigen praktischen Überlegungen.
Daher sei für alle Singles folgendes gesagt:

 
Laut unterschiedlichen Studien finden wir vor allem Gesichter sympathisch und anziehend, in den wir Ähnlichkeiten von uns selbst entdecken.
„Die Evolutionspsychologen meinen, dass man aus der Ähnlichkeit im Gesicht auf gemeinsame Gene schließt und lieber mit jemandem die Kinder großzieht, der gut zur Familie passt, als mit jemandem, der ganz anders ist. Es heißt ja immer, dass sich Paare über die Zeit ähnlicher werden. Das stimmt. Das gilt auch für Hunde und ihre Herrchen. Ein Teil der Erklärung ist, dass ein gemeinsamer Lebensstil eine parallele Gewichtszunahme nahelegt. Und wenn beide oft lachen oder beide oft grollen, sich auch das in ähnlichen Gesichtszügen langfristig niederschlägt. Die viel einfachere Erklärung aber lautet: Man wird sich ähnlich, weil man sich von Beginn an ähnlich war und sich deshalb gegenseitig ausgesucht hat“.

 

Dass die Strategie, das Ähnliche dem Verschiedenen vorzuziehen, so einige Vorteile mit sich bringt, kann ich durchaus nachvollziehen. Wer von Ihnen jedoch bei der Parterwahl auch gleich die Erhaltung der Art im Sinn hat, und ich bin mir bewusst, dass das die Minderzahl sein wird, dem sei gesagt, dass lt. Genforschung „eine höchst mögliche genetische Vielfalt auch die größten Chancen verspricht, für all die noch kommenden Umwelten gerüstet zu sein.  Das Vermischen von genetischen Anlagen möglichst wenig verwandter Menschen erlaubt höchste genetische Vielfalt“ (siehe Markus Hengstschläger: Die Macht der Gene; 2006; Verlag Piper München Zürich)“.

 

Nicht ganz so langfristig gesehen, ist es (manchmal – aber auch nicht immer!!!) einfacher, sich mit potenziellen Partnern auf einer Wellenlänge zu fühlen, die man glaubt (!) rasch verstehen und erfassen zu können und mit denen man einiges gemeinsam hat. Deshalb wieder zurück zum Versuch der Wahrheitsbelegung des Sprichworts: „Gleich und gleich gesellt sich gern“ aus dem Buch von Eckart von Hirschhausen:

 
„Nach diesem Muster funktionierte auch folgende Studie: Ausgerechnet im tiefkatholischen Trier sollten 50 Männer Fotos von nackten Frauen beurteilen. Bei einem Teil der Frauen hatte man Merkmale des männlichen Betrachters dem Bild beigemengt, in das Gesicht, versteht sich. Gerade so viel, dass es nicht groß auffiel, das Bild aber vertrauter wirkte. Die Hälfte der Männer wurde künstlich unter Stress gesetzt, indem sie eine Hand drei Minuten ins eiskalte Wasser halten mussten – Herzfrequenz, Blutdruck und Stresshormone stiegen. Männer aus der Ins-kalte-Wasser geworfen-Gruppe entschieden sich signifikant öfter für Frauen, die keine Ähnlichkeit mit ihnen aufwiesen. Entspannte Männer wählten Frauen, die ihnen selbst glichen. Gegensätze ziehen sich an? Offenbar nur, wenn wir unter Strom stehen.“

 

Dr. med. Hirschhausen belegt in seinem Buch auch, warum sich manche Frauen mit Äußerlichkeiten (schlanke Figur, straffe Haut, strahlender Teint etc.) oftmals (meiner Meinung nach viel zu sehr) selbst unter Druck setzen bzw. mit anderen (vermeintlich attraktiveren oder von den Medien vorgegebenen Idelal-) Frauen konkurrieren:

 

Wohin schaut eine paarungswillige Frau, wenn auf einer Party ein attraktiver Typ in weiblicher Begleitung durch die Tür kommt? Auf die Frau!“… „Die Qualiät der Frau ist für die potenzielle Rivalin besser einzuschätzen, sie ist ja selbst eine.“…“Die Fruchtfliegen machen es genauso! Zeigt sich ein bis dato völlig uninteressantes Fliegenmännchen in Gegenwart einer schicken Fliege, fliegen auch andere Weibchen auf ihn. Dieses Spiel nenn sich mate copying, was man frei übersetzen kann mit: ,Auch bei der Partnersuche ist nichts erfolgreicher als der Erfolg´. Warum ist dieses Verhaltensmuster des Abjagens von gebrauchten Partnern so universell, das die gleichen Regeln gelten, egal ob man sich einen Fisch angeln will oder einen Mann? Eine biologische Tatsache, an der man in der Evolutionspsychologie nicht vorbeikommt, besagt: Frauen tragen das größere Risiko bei der Fortpflanzung.“…“Die Frau hat im Monat eine Eizelle. Der Mann am Tag etwa hundert Millionen Spermien. Jetzt einmal ganz ohne Vorurteile: Womit wären Sie großzügiger?“

Frauen sparen also Zeit und im wahrsten Sinne des Wortes „Liebesmüh´“, wenn sie bereits erste Anhaltspunkte über den von ihr begehrten Mann darüber erhalten, mit welchen Frauen er sich umgibt. Frei nach dem Motto: Das muss ein toller Mann sein, wenn viele interessante und attraktive Damen seine Nähe suchen. Vielleicht überprüfen Sie diese Theorie einfach mal in Ihrem persönlichen Umfeld!

 

Insgesamt ein unterhaltsames, optisch ansprechend gestaltetes und leicht zu lesendes Buch für den Urlaub oder einen gemütlichen Vorweihnachtsabend, das jedem, egal ob Single, partnersuchend, gerade getrennt, in einer Ehe oder in einer Beziehung lebend vermittelt: Das Leben steckt voller Herausforderungen, egal ob allein oder zu zweit. Auf jeden Fall: Man ist nicht die/der einzige, die/der hin und wieder mit den Herausforderungen der Liebe zu kämpfen hat.